SPD-Bundestagsfraktion informierte über moderne Familienpolitik

Veröffentlicht am 26.11.2007 in Pressemitteilungen

Karin Roth: Gute Betreuungsangebote sind der Schlüssel zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie

(Ostfildern, 26.11.07) – Die örtliche Bundestagsabgeordnete Karin Roth hatte am vergangenen Mittwoch gemeinsam mit der SPD-Bundestagsfraktion in das Zentrum „An der Halle“ im Stadtteil Nellingen eingeladen, um über Fragen der Familienpolitik, der Kinderbetreuung und der Notwendigkeit fairer Bildungschancen für alle Kinder mit Sachverständigen sowie den Bürgerinnen und Bürgern zu diskutieren. Als Hauptreferentin kam Nicolette Kressl (SPD), die neue Parlamentarische Staatsstaatssekretärin beim Bundesminister für Finanzen, um über die wesentlichen Inhalte einer sozialdemokratischen Familienpolitik zu informieren.

Karin Roth machte in ihrer Begrüßungsrede deutlich, dass die SPD auch in der Großen Koalition weiterhin „Motor“ für eine moderne Familienpolitik sein werde. Ziel sei es, Männern und Frauen die Erfüllung des Kinderwunsches zu erleichtern, ohne dabei ihre beruflichen Perspektiven zu gefährden, und dass Kinder – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – gute Bildungs- und Lebenschancen erhalten. Außerdem betonte Roth: „Gute Betreuungsangebote sind der Schlüssel zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“

Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass es im Landkreis Esslingen diesbezüglich noch großen Nachholbedarf gibt. Nur für 6,9 Prozent der Kinder unter drei Jahren werden Betreuungsplätze angeboten. Weitere Probleme gibt es mit den Öffnungszeiten und der Qualität der Einrichtungen. Karin Roth: „Es ist ein großer Fortschritt, dass wir heute anfangen, die Wahlfreiheit zwischen Familie und Beruf nicht mehr nur zu fordern, sondern bereits zu organisieren.“ Mit dem ab 2013 geltenden Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz sei hierfür eine gute Grundlage geschaffen.

Ostfilderns Oberbürgermeister Christof Bolay (SPD) kritisierte die Landesregierung, weil sie nach wie vor eine Antwort schuldig sei, wie sich das Land an den Betriebskosten für Betreuungsstätten beteiligen wird. „Zehn Prozent sind völlig unzureichend“, sagte Bolay.

Nicolette Kressl betonte, dass man mit einer guten frühkindlichen Förderung eine gute Basis schaffe, um auch Kindern aus sozial schwächeren Familien bessere Bildungschancen zu ermöglichen. Die wichtigsten familienpolitischen Ziele der SPD seien deshalb mehr Infrastruktur für bessere Bildung und Betreuung, gezielte finanzielle Hilfen und mehr Zeit für Familien. Ein wichtiger Schritt sei die schrittweise Schaffung von 750.000 Krippenplätzen in Deutschland bis zum Jahr 2013. Der Bund werde dafür vier Milliarden Euro investieren.

Christiane Humborg von der Ostfilderner Elterninitiative U3 berichtete über die Anfänge einer organisierten Kinderbetreuung vor Ort. Mit drei Frauen habe sie vor zwei Jahren „aus der Not heraus“ die Elterninitiative U3 gegründet. Sie konnte die Stadt dazu bewegen, in der früheren Blumenhalle der Landesgartenschau die erste Krippengruppe in Ostfildern einzurichten. Besonderer Dank gebühre in diesem Zusammenhang dem Oberbürgermeister Bolay, so Humborg.

Lore Miedaner, Leiterin des Studienganges Bildung und Erziehung in der frühen Kindheit, lenkte die Aufmerksamkeit noch auf ein anderes Thema. Sie forderte, die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher zu verbessern, um mit den skandinavischen Ländern mithalten zu können. Es reiche definitiv nicht aus, einfach nur Betreuungseinrichtungen zu schaffen. Ganz entscheidend sei die Qualität der in den Tagesstätten geleisteten Arbeit.

Die SPD-Stadträtin Stefanie Sekler-Dengler verwies auf die kommunale Verantwortung bei der Einrichtung von Betreuungsplätzen. So habe der Gemeinderat schon 2002 ein zukunftsweisendes Konzept zur Kinderbetreuung in Ostfildern verabschiedet. Doch führte Sekler-Dengler es auf einen überwiegend konservativ besetzten Gemeinderat „mit einem anderen Familienbild“ zurück, dass in Ostfildern familienpolitisch lange nichts vorwärts gegangen sei.

Sowohl Nicolette Kressl als auch Karin Roth machten deutlich, dass die Politik kein bestimmtes Lebens- und Familienmodell vorschreiben wolle. Es sei aber Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Eltern so leben können wie sie wollten, und dass ihre Kinder die gleichen guten Bildungschancen erhielten.

 

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