Kreis-SPD nominiert Liste für Regionalwahl

Veröffentlicht am 10.03.2009 in Wahlen

Regionalwahl / Kreis-SPD wählt Esslinger Oberbürgermeister auf Spitzenplatz

Jürgen Zieger: „Regionale Idee mit mehr Leben erfüllen“

Die Sozialdemokraten im Kreis ziehen mit Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger als Spitzenkandidat in die Wahl zum Regionalparlament am 7. Juni 2009. Auf der Kreisdelegiertenkonferenz am Wochenende in Reichenbach/Fils wurde Zieger auf Platz 1 der Liste gewählt.

Auf Platz 2 erhielt Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker das Vertrauen der Delegierten. Mit Platz 3 wurde der ehemalige IG Metall-Bevollmächtigte Helmut Hartmann aus Nürtingen belohnt. Platz 4 konnte sich Peter Bümlein, Ex-OB in Filderstadt, sichern. Die ersten vier Ränge gelten für die SPD als aussichtsreich für den Einzug ins Regionalparlament. Bei der Einbringung des Listenvorschlags begründete SPD-Kreischef Michael Wechsler den Ansatz, wieder auf bewährte Zugpferde aus der gut bestückten sozialdemokratischen OB-Riege zu setzen. „Die SPD präsentiert eine auf maximalen Erfolg geeichte Liste zur Regionalwahl, die zwischen den Raumschaften ausgewogen ist und einen Querschnitt der Bevölkerung abbildet“, sagte Wechsler. Im Gegensatz zur Gemeinderats- und Kreistagswahl, bei der man einzelnen Personen Stimmen geben darf, kann man bei der Regionalwahl lediglich ein Kreuz bei der Partei oder Gruppierung seiner Präferenz machen.

Im Grußwort von Reichenbachs Bürgermeister Bernhard Richter gab es dickes Lob für „all die couragierten Leute, die ein kommunales Amt anstreben und nicht bloß am Stammtisch hocken und maulen“. Was die kommunale Strategie in der Krise anbelangt, bekannte sich Richter zu zwei Herzen in seiner Brust. Zum einen müsse man sich in der Krise antizyklisch verhalten und dürfe bei Investitionen nicht auf die Bremse treten. Zum anderen sei es jedoch verhängnisvoll, wenn man mit neuen Schulden den nachfolgenden Generationen noch mehr Lasten aufbürde. An die Politik appellierte der Reichenbacher Schultes, eine möglichst unbürokratische Umsetzung des Konjunkturpakets vor Ort zu ermöglichen.

Der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger rief dazu auf, die regionale Idee stärker mit Leben zu erfüllen. Das regionale Bewusstsein sei leider immer noch unterentwickelt. „Zu seinem Aufleben hat die SPD in den letzten Jahren zweifellos den größten Beitrag geleistet“, betonte Zieger. Die Region benötige in Zukunft indes weitere Aufgaben. Dazu zählt für Zieger auch der öffentliche Busverkehr. Nur so lasse sich Mobilität in der Fläche verankern. Wenn es im zweiten Halbjahr nicht gelinge, das Schwungrad der Wirtschaft wieder anzukurbeln, dann drohten Massenentlassungen. „Wir müssen in der Region unsere Stärken stärken“, lautete Ziegers Credo. Dazu gehörten „die Kultur des Entwickelns von individueller Mobilität“ und hierbei das Setzen auf modernste Technologien. In der Regionalplanung sprach sich der SPD-Spitzenkandidat für eine räumliche Entwicklung „mit Maß und Qualität“ aus. Es sei der Region zu verdanken, „dass nicht mehr jeder machen kann, was er will“. Mit dem Zentrenkonzept sei es gelungen, einen ruinösen Wettbewerb zwischen den Kommunen zu verhindern.

Zuvor schon hatte der stellvertretende Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart, SPD-Landesvize Peter Hofelich, eine Lanze für die regionale Idee gebrochen und sie als „Zukunftsmodell“ gewürdigt. Die SPD müsse darauf drängen, dass die Region aus ihrer Stagnation herauskomme und mehr politischen Einfluss erlange. Schließlich belege man als Wirtschaftsregion auf europäischer Ebene bereits einen Spitzenplatz. Der Göppinger Landtagsabgeordnete warf den bürgerlichen Fraktionen vor, für das regionale Projekt nur halbherzig einzutreten. „In der Regionalversammlung sind CDU und Freie Wähler zwar dafür, vor Ort wollen sie davon dann aber nichts mehr wissen“, tadelte Hofelich.

Die Liste des SPD-Kreisverbands Esslingen für die Regionalwahl wird von folgenden Bewerbern komplettiert: 5 Bettina Frick (Reichenbach), 6 Bernd Vogel (Köngen), 7 Christa Müller (Esslingen), 8 OB Otmar Heirich (Nürtingen), 9 Gertrud Link (Leinfelden-Echterdingen), 10 Willfried Nobel (Filderstadt), 11 Thomas Hüsson-Berenz (Ostfildern), 12 Cristina Schweizer-Mändle (Bempflingen), 13 Sven Rahlfs (Frickenhausen), 14 Eva-Maria Werner (Weilheim) und 15 Hannely Paulus (Denkendorf).

 

Newsticker

12.01.2021 07:59 Katja Mast zur SGB II-Reform / Spiegel-Interview Hubertus Heil
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zieht die richtigen Konsequenzen aus den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie: Mehr Sicherheit und neues Vertrauen beim Arbeitslosengeld II. „Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zieht die richtigen Konsequenzen aus den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie: Mehr Sicherheit und neues Vertrauen beim Arbeitslosengeld II. Die letzten Monate haben gezeigt: Auf den Sozialstaat ist Verlass, aber er muss

12.01.2021 07:53 100 Millionen Euro für berufliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen
Mit dem zweiten Nachtragshaushalt 2020 hat der Bundestag den Corona-Teilhabe-Fonds bereitgestellt. Darin werden mit 100 Millionen Euro Inklusionsunternehmen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Sozialkaufhäuser und gemeinnützige Sozialunternehmen unterstützt, die durch die Corona-Pandemie einen finanziellen Schaden erlitten haben. „Der Corona-Teilhabe-Fonds schließt eine Lücke in den Pandemiehilfen für Unternehmen. Denn auch rund 900 Inklusionsunternehmen, gemeinnützige Unternehmen und Einrichtungen der

12.01.2021 07:48 Der Sozialstaat sollte das Leben nicht zusätzlich erschweren
Künftig sollten in den ersten zwei Jahren des Bezugs von Grundsicherung erhebliches Vermögen und die Angemessenheit der Wohnung nicht überprüft werden. „Auch in der Krise müssen wir an Morgen denken – und das tut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil mit der geplanten Reform. Hohe Mieten, ein umkämpfter Wohnungsmarkt und die Schwierigkeit einen neuen Job zu finden – das

Ein Service von websozis.info