Die SPD-Fraktion stimmt der Vorlage zur Aufstockung und Anpassung der Personalkostenbezuschussung an den Kreisjugendring Esslingen e.V. zu.
Die Kinder- und Jugendförderung Ostfildern erreicht mit seinem mobilen pädagogischen Ansatz benachteiligte Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren, die in der Regel mit konventionellen Angeboten der Jugendarbeit nicht zu erreichen sind. Mit niedrigschwelligen Angeboten soll ihre Lebenssituation verbessert und sie in ihrer Entwicklung gefördert werden. Durch Einzelfallhilfen, soziale Gruppenarbeit, Cliquenarbeit und Gemeinwesenarbeit soll einerseits ein vollständiges Abrutschen jungen Menschen in Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit verhindert und ihnen andererseits durch Anerkennung und Stärkung des Selbstwertgefühls der Übergang in ein geregeltes Leben ermöglicht werden.
Die Aufstockung der Personalressourcen in der mobilen Jugendarbeit ist richtig und wichtig – leider muss man sagen. Auch die SPD-Fraktion sieht bei den besonders benachteiligten jungen Menschen deutlich mehr Bedarf nach Unterstützung und Begleitung. Zukunftsängste, psychische Probleme und auch das Phänomen der Vereinzelung spielen bei Jugendlichen eine zunehmend größere Rolle. Auch die Corona-Jahre haben Spuren bei den Jugendlichen hinterlassen. Sie können meist nur mit Hilfe der Mobilen Jugendarbeit den Weg in die Gesellschaft zurückfinden. Die Aufstockung wird, wie sich auch aus der Vorlage ergibt, nicht nur auf dem Papier stehen. Die Beratungssituation wird sich spürbar verbessern. Durch die verlängerten Öffnungszeiten des Beratungsbüros am Herzog-Philipp-Platz können die Jugendlichen freitags bis spät in die Nacht erreicht und die aufsuchende Jugendarbeit sowie die individuelle Unterstützung kann ausgebaut werden.
Mit Sorge betrachtet die SPD-Fraktion die Entwicklungen im Bereich der Jugend- bzw. Bandenkriminalität sowie die Verbreitung extremistischer Positionen unter jungen Menschen. Die Gewalt am Campus hat sich auch nach unserem Eindruck mittlerweile zu einem dauerhaften Problem entwickelt. Aber auch Schießereien in der Nacht oder die Planung von Terroranschlägen sind keine weit entfernten Gruselmärchen mehr, sondern Vorfälle, die in Ostfildern passiert sind. Wir erinnern uns: Im Februar 2025 wurde ein 16-Jähriger aus Ostfildern wegen der Planung eines Terroranschlags verurteilt. Schüsse sind zuletzt in der Parksiedlung, aber auch in Nellingen gefallen.
Deshalb ist die Aufstockung der Personalressourcen dringend notwendig. Präventive Ansätze wie die Mobile Jugendarbeit sind ein wichtiger Baustein, um ein Abgleiten von jungen Menschen in kriminelle und extremistische Milieus zu erkennen und zu verhindern. In der Jugendarbeit gilt wie überall: Prävention lohnt sich – immer! Jeder Euro macht sich am Ende doppelt und dreifach bezahlt. Wir sehen hier aber noch etwas „Luft nach oben“. Andere große Kreisstädte wie Nürtingen, Filderstadt oder Kirchheim/Teck stellen bei geringfügig größerer Einwohnerzahl mehr Stellen in der Mobilen Jugendarbeit bereit. Momentan erscheint es aber vernünftig, zunächst die Mobile Jugendarbeit in Ostfildern auf eine volle Stelle aufzustocken. Bezieht man die Stellen zum Projekt „Roof – alles unter einem Dach“ zur Extremismusprävention mit ein, die eine ähnliche Zielgruppe im Fokus haben, sehen wir die Stadt Ostfildern gut aufgestellt. Die weitere Entwicklung sollten wir dennoch ergebnisoffen beobachten und uns bei einem steigenden Bedarf einer weiteren Stärkung der Mobilen Jugendarbeit nicht verschließen.