Die SPD-Fraktion stimmt der Vorlage zur Aufnahme einer neuen Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumlichkeiten zu.
Die Kindertagespflege ist in Ostfildern seit vielen Jahren eine sehr wichtige Säule der örtlichen
Bedarfsplanung für die Bildung und Betreuung von Kindern, insbesondere von Kindern bis drei Jahren. Sie ergänzt das Betreuungsangebot in den Kindergarteneinrichtungen der Stadt und freier Träger. Wie bereits in der Vorlage der Stadtverwaltung ausgeführt, besteht nicht nur die Möglichkeit der Kinderbetreuung im Haushalt der Tageselternpersonen (kurz: Tageseltern) oder im Haushalt der Familie durch Kinderfrauen, sondern auch in anderen geeigneten Räumlichkeiten – kurz TiagR. Diese Form der Kindertagespflege nimmt an Bedeutung zu, weil nicht alle Tageseltern oder diejenigen, welche die Tagespflege anbieten möchten, über eigene geeignete Räumlichkeiten verfügen. Angesichts der Wohnungsknappheit und hoher Mieten könnten
TiagR ein wichtiger Baustein werden, um die Kindertagespflege weiter zu erhalten und gegebenenfalls auszubauen. Deshalb unterstützt die SPD-Fraktion die Förderung des weiteren TiagR. Insbesondere begrüßen wir es, dass neben den bereits bestehenden TiagR in Ruit und im Scharnhauser Park nun auch in Nellingen ein TiagR eröffnet wird.
Bei Abschluss der Kooperationsvereinbarungen mit den Tageseltern bzw. dem Tageselternverein bitten wir jedoch, auf folgende Aspekte zu achten:
- Eine von der Stadt Ostfildern geförderte Kindertagespflege in einem TiagR sollte einen zeitlichen Umfang an Kinderbetreuung anbieten, welcher den sogenannten verlängerten Öffnungszeiten (z.B. 30 Wochenstunden) in den Kindergärten entspricht. Die in der Vorlage genannten Zeiten (montags bis donnerstags von 08:00 bis 15:00 Uhr und freitags von 08:00 bis 12:00 Uhr) erfüllen diese Anforderung, soweit mit „Zeitspektrum“ die tatsächlichen Betreuungszeiten gemeint sein sollten.
- In den von der Stadt Ostfildern geförderten TiagR könnten die von den Tageseltern verlangten Zuzahlungen gedeckelt werden, um einen „Überbietungswettbewerb“ zu Lasten der Eltern zu vermeiden. Ggf. könnte auch eine Angleichung der Zuzahlungen erfolgen, auch um Unstimmigkeiten zwischen den TiagR und den Tageseltern zu vermeiden.
- Wir gehen weiter davon aus, dass der Tageselternverein bei der Vermittlung von Tageseltern und Kindern das Kindeswohl an erster Stelle steht und keine Form der Kindertagespflege bevorzugt oder benachteiligt.
Wir bitten die Stadtverwaltung abschließend, den Gemeinderat zu gegebener Zeit über die Betreuungszeiten im Nellinger TiagR zu unterrichten. Die Zuzahlung an die Tageseltern werden wir erforderlichenfalls in einem anderen Kontext erneut aufrufen. Sollten sich Fehlentwicklungen in den genannten Bereichen ergeben, könnten feste Regeln hierzu in den Kooperationsvereinbarungen in Betracht gezogen werden.